Ich sitze gerade im Wald an einem Holztisch neben einer Grillstelle und genieße die Ruhe. Unter mir habe ich mein Outdoor-Sitzkissen platziert und es mir mit einer warmen Decke und Rosentee gemütlich gemacht.
Ich genieße den Frieden, das Zwitschern der Vögel und bestaune die zarten Buchenblätter, die jetzt im Frühling noch so dünn wie Papier sind und in kräftigem Grün leuchten. Ein sanfter Wind umgibt mich und trägt das leise Rauschen der Bäume an meine Ohren.
Hier fühle ich mich verbunden. Inmitten der Natur spüre ich das wahre Leben, fernab der Hektik und dem Stress der Stadt. Hier kann ich auftanken, zur Ruhe kommen und mich wieder mit mir selbst verbinden. Hier, wo es still ist und Frieden herrscht, kann ich meine innere Stimme hören. Ich kann mich hier vollkommen entspannen und mit meiner Aufmerksamkeit ganz bei mir und in diesem Moment an diesem schönen Ort in der Natur sein.
Die Natur ist mein Kraftort
Die Natur und insbesondere der Wald sind schon immer mein Kraftort gewesen. Ich kann mich zu hundert Prozent darauf verlassen, dass ich mich nach einem Aufenthalt im Wald ausgeglichener, entspannter und zufriedener fühle. Ich weiß: Wenn gar nichts mehr hilft, um meine Stimmung zu heben und ich voller Anspannung und Stress bin, dann gehe ich raus.
Die Natur war schon oft mein Anker, wenn in meinem Inneren nur ein großes Chaos herrschte und ich nicht weiter wusste. Der Wald ist mein Zufluchtsort, meine Rückzugsmöglichkeit, wenn ich eine Pause von der lauten und hektischen Welt brauche. Die Natur gibt mir Halt, wenn das Chaos der Welt mich von mir wegreißen will.
Wenn ich mir eine bewusste Auszeit im Wald nehme, ziehe ich auch immer meine Barfußschuhe an. Dadurch kann ich den Boden unter mir besser wahrnehmen und mich tiefer mit der Erde verbinden. Wenn ich gehe, stelle ich mir vor, dass ich mit jedem einzelnen Schritt die Erde sanft berühre und mit ihr in Kontakt gehe. Ich stelle mir vor, dass ich durch meine Schritte, durch die Verbindung meiner Füße mit ihr kommuniziere.
Mein gesamtes Nervensystem kommt zur Ruhe
Durch diese innere Verbindung verändert sich auch mein Gehen an sich. Meine Hüfte wird lockerer, meine Beine und Schritte werden weicher und ich spüre, wie ich von der Erde getragen bin und nicht mehr alles selbst halten muss. Ich fühle mich zutiefst verbunden und mein Nervensystem und mein gesamter Körper entspannen sich. Der Stress und die Last des Alltags fallen von mir ab, weil ich spüre, dass ich nicht alles alleine tragen muss, sondern gehalten werde von der Erde.
Wissenschaft trifft persönliche Erfahrung
Es gibt mittlerweile genügend Studien darüber, dass ein Aufenthalt im Wald die Stresshormone nachweislich senkt und diese Wirkung auch noch einige Tage anhält, wenn man längst wieder zu Hause auf dem Sofa oder im Büro sitzt. Nicht umsonst verschreiben Ärzte in Japan ihren Patienten sogar Aufenthalte im Wald. Dort ist Shinrin Yoku, das Waldbaden, eine anerkannte Heilmethode.
Ich habe vor einiger Zeit bereits einen Blogartikel über die heilende Kraft des Waldes geschrieben. Schau gerne dort, vorbei, wenn du mehr darüber erfahren möchtest.
Ich bin überzeugt davon, dass dieses uralte Wissen über die Heilkraft der Natur auch in unserer westlichen Welt Schritt für Schritt wieder mehr Einzug finden wird. Und bis dahin vertraue ich ganz meiner Intuition und schenke mir bewusste Auszeiten im Wald.
